Der lustige Krieg
Foto: Wolfgang Zajc

Aufführungen im Theater am Kornmarkt

Mittwoch,10.08.2005,19:30 Uhr - Premiere
Freitag,12.08.2005,19:30 Uhr 
Sonntag,14.08.2005,11:00 Uhr 
Dienstag,16.08.2005,19:30 Uhr 
Bregenzer Festspielchor
  Leitung: Wolfgang Schwendinger

Johann Strauß (Sohn) (1825-1899)

Leben und Werke

Johann Strauß Sohn wurde noch beliebter als sein berühmter Vater. Nach dem Tod seines Vaters vereinigte Johann mit 24 Jahren sein eigenes Orchester mit dem seines Vaters. Ein unwahrscheinlicher Aufstieg zum Weltruhm begann. Mehrere Strauß- Orchester spielten an verschiedenen Stellen in Wien. Johann Strauß Sohn reiste nach Russland, Paris und London. Im Sommer 1872 reiste Strauß sogar zum Weltfriedensfest nach Boston. Dort spielte er mit einem 800 Mann starken Orchester vor einem riesigen Publikum seine Walzer und Kompositionen. Tagsüber komponierte er unzählige Walzer und Operetten und abends spielte und dirigierte er bis spät in die Nacht. 1899 starb Johann Strauß jun. an den Folgen einer Lungenentzündung.

Strauß schrieb über 550 Kompositionen. Zahlreiche Werke zählen heute zur bekanntesten Musik überhaupt. Er komponierte Polkas, Märsche und vor allem Walzer, die erstmalig Schlager genannt wurden.

Der lustige Krieg

1. Akt

In einem Feldlager der genuesischen Truppen vor Massa. Zwischen Massa-Carrara und Genua herrscht Krieg. Der Grund dafür ist eine Tänzerin, welche sowohl vom Fürsten von Genua als auch von demjenigen von Massa-Carrara engagiert worden ist. Der Streit verläuft natürlich unblutig und ohne Kampf, daher herrscht im genuesischen Feldlager Langeweile. Diese wird gebrochen, als Soldaten ein paar Frauen aus Massa-Carrara ins Lager führen, deren Einkäufe sie beschlagnahmt haben. Neben diesen Frauen nahmen sie auch den Marchese Sebastiani fest, der Neffe des verfeindeten Fürsten.

Der genuesische Oberbefehlshaber Umberto Spinola erklärt dem gefangenen Marchese die Usanzen des lustigen Krieges: Jeweils um die Mittagszeit wird eine Granate in die Luft gejagt, welche von der anderen Seite entsprechend beantwortet wird.

Der Marchese, von Natur aus ein Plappermaul, erzählt, dass sein Onkel aus Spargründen kriegstolle Weiber als Offiziere ausgehoben habe. Die verwitwete Gräfin Violetta von Lomellini sei die Kommandantin der Festung Massa-Carrara. Sie sei dem Herzog von Limburg als künftige Gattin zugesprochen, welcher als Mitgift Hilfstruppen zur Verfügung stelle. Ihre Trauung solle über den Stellvertreter, den limnurgischen Oberst van Scheelen, erfolgen. Als dieser seinen Auftritt hat, erkennt er, dass alle Kriegsgeheimnisse ausgeplaudert worden sind. Dem niederländischen Tulpenzüchter Balthasar Groot aus Haarlem ist Schreckliches widerfahren: Alle seine Blumenzwiebeln - und dazu seine Ehefrau - wurden geraubt. Dieses Los besingt er gegenüber dem genuesischen Edelmann Franchetti.

Mittlerweile ist Violetta näher getreten. Sie hat sich durchaus an den Witwenstand und das süße freie Leben gewöhnt und beklagt nun den großen Tribut, den der Krieg von ihr fordert, nämlich eine erneute Heirat. Sie stellt sich Umberto als einfache Bürgersfrau aus Massa vor, um einen Passierschein zu erhalten. Nach langem Bitten erhält sie diesen, nachdem der sofort verliebte Umberto ihr einen Kuss auf die Wange drücken durfte.

Als Umberto eine Konversation zwischen dem Marchese und Violetta mitbekommt, erfährt er, wer sie wirklich ist. Er stellt sich jedoch unwissend und lässt die beiden mit verbundenen Augen abführen. Umberto fühlt sich von Violetta hinters Licht geführt und plant, sich mit den Mitteln der Intrige zu rächen: Durch einen gefälschten Brief will er selbst die Rolle des Stellvertreters bei Violettas Hochzeit übernehmen.

Violetta wird herbeigeführt und von ihrer Augenbinde befreit. Aus dem freilich gefälschten Brief entnimmt sie, dass van Scheelen nicht anwesend sein könne und daher von Umberto vertreten werde. Violetta ist damit einverstanden und auf ihr Drängen hin wird die Trauung gleich vollzogen.

2. Akt

In einem Salon im Schloss Malaspina. Die Fürstin von Malaspina und Gattin des Fürsten von Massa-Carrara, Artemisia, hat die Damen der Stadt zum Kaffee geladen. Da kommt der Marchese hinzu und verkündet, dass Violetta von den Genuesern gefangen worden sei. Aber auch er habe jemanden gefangen genommen und zwar Else, die Frau des Tulpenzüchters Balthasar. Else ist untröstlich über den Verlust ihres Ehemannes, aber Artemisia behauptet, Else würde nur so tun, als wäre sie verheiratet.

Violetta kommt angerannt und ist erfreut über die Liebenswürdigkeit des Feindes, der sie freigelassen hat. Der Marchese verrät Umbertos Namen, und Violetta erzählt von der Hochzeit mit dem Stellvertreter, jedoch ohne dessen Namen zu nennen. Artemisia hofft auf baldige Hilfe aus den Niederlanden.

Der immer noch plapperhafte Marchese erzählt von einer gewissen Gräfin Melanie, die sich mit ihrem Cousin vergnügte, während ihr Mann auf der Jagd war.

Umberto hat sich einen weiteren Streich ausgedacht: Vor den Damen des Herzogs von Limburg gibt er Balthasar als Violettas Ehemann aus, der nur holländisch spreche. Balthasar gesellt sich dazu.

Else erkennt ihren Balthasar sofort. Sie will sich rächen, was der Marchese ausnützt und sie küsst. Darüber ist Balthasar erbost, aber bald schließt man wieder Frieden.

Artemisia hat die Szene beobachtet. Sie ist empört, denn sie glaubt, der Herzog von Limburg habe seine Geliebte, eine ordinäre Bäuerin, nach Italien kommen lassen. Sie versucht, Violetta und ihren vermeintlichen Ehemann zur Nachtruhe zu bewegen, was sie aber nicht schafft. Darauf gibt Artemisia dem "Herzog" einen zweiten Schlüssel zu Violettas Zimmer. Als Balthasar damit die Tür zum Zimmer aufschließen will, erwischen ihn Else und Umberto. Else zieht mit Balthasar ab und Umberto verschafft sich mit dem Schlüssel Zutritt ins Zimmer, wo er verliebt auf Violetta wartet. Sie kommt mit Sehnsucht erfüllt und glaubt, alleine zu sein. Als Umberto zu ihr tritt und seine Liebe gesteht, ringt sie um Fassung.

Artemisia und die Damen, Else und Balthasar und auch der Marchese mit einigen Soldaten eilen herbei. Sie sind zwar die militärischen Sieger, aber Violetta schenkt Umberto die Freiheit und verschiebt den Kampf auf den nächsten Tag.

3. Akt

Im großen Saal des Fürstenpalastes in Massa-Carrara. Else ist ihrem Balthasar nicht wohlgesinnt wegen des Verkleidungsspiels. Und doch denken beide mit Liebe an ihre Kinder, welche sie in Holland gelassen haben.

Die beiden wollen Violetta die Wahrheit offenbaren, aber in dem Moment geht Umberto mit einer Pistole dazwischen und schickt Else und Balthasar weg. Violetta ist entrüstet, dass Umberto immer noch in Massa-Carrara weilt. Der Marchese klärt nun alles auf: Hinter dem vermeintlichen Herzog von Limburg steckte der Tulpenzüchter, und die Trauung mit Umberto war keine Stellvertreterhochzeit, sondern eine gültige. Auf dieses Geständnis hin verkündet Violetta die Kapitulation.

Artemisia erkennt zu spät, dass Violetta in den Kriegsgegner verliebt ist. Doch da die Tänzerin, welche von beiden Fürstentümern angeworben worden war, nach Neapel verpflichtet wurde, gab es keinen Grund mehr für eine militärische Auseinandersetzung. Die ganze Belegschaft stimmt in den Jubel ein.