Der Troubadour
Foto: Wolfgang Zajc

Aufführungen Spiel auf dem See

Juli 2006

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Beginn: 21:15 Uhr
  
August 2006

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Beginn: 21:00 Uhr
Bregenzer Festspielchor
  Leitung: Domkapellmeister Mag. Markus Landerer
Kammerchor Moskau
  Leitung: Vladimir Minin

Giuseppe Verdi (1813-1901)

Leben und Werke

Giuseppe (Joseph-Fortunin-François) Verdi ist am 10.10.1813 als Sohn des Händlers und Schankwirts Carlo Giuseppe Verdi und seiner Frau Lucia in Le Roncole bei Busseto/Parma (heute "Roncole Verdi") geboren. Durch Gönner kam er zu einer guten Schulausbildung und zu einem Musikstudium in Mailand, wo er am Konservatorium abgelehnt wurde. Seine erste Oper "Oberto" wurde 1839 an der Scala aufgeführt, doch erst mit "Nabucco" (1842) kam es zum Durchbruch. Politisch engagiert, stellte er sein Schaffen auch in den Dienst des Risorgimento. Später wählte Verdi anspruchsvollere Stoffe, und so kamen unter anderem "Macbeth", "Luisa Miller", "Rigoletto", "Il Trovatore" und "La Traviata" (beide 1853) heraus. Der mitreißende Schwung, die zündende Melodik dieser Werke machten den größten Opernkomponisten Italiens populär in der ganzen Welt. Nach "I Vespri Siciliani", "Un Ballo in maschera", "La Forza del destino" und "Don Carlos" kam mit "Aida", der Festoper zur Eröffnung des Suezkanals 1871 in Kairo, seine glanzvollste Schöpfung zur Aufführung. Das Streichquartett in E-Moll, 1873 entstanden, belegt seine hervorragende Begabung auch in der Instrumentalmusik, und die "Missa di Requiem" (1874) zeigt ihn von der tiefgründigen sowie schmerzerfüllt-leidenschaftlichen Seite. Die späten Gipfelpunkte im Schaffen des am 21. Januar 1901 in Mailand verstorbenen Meisters sind die Opern "Otello" und "Falstaff".

Der Troubadour

Erster Teil: "Das Duell"

In der Vorhalle des Schlosses von Aliaferia lagern müde die Wachsoldaten. Um sie munter zu halten, erzählt ihnen Hauptmann Ferrando eine Episode aus der jüngeren Geschichte des Grafenhauses: Der Vater des jetzigen Grafen von Luna hatte zwei Söhne. Der Jüngere soll das Opfer von Zauberkünsten einer Zigeunerin geworden sein, die deshalb zum Tod auf dem Scheiterhaufen verurteilt wurde. Aus Rache habe deren Tochter den jungen Grafensohn geraubt und den Flammen überantwortet. In der Asche der Mutter fand man später die verkohlte Leiches eines Kindes. Der alte Graf sei, so Ferrando, überzeugt gewesen, dass sein jüngerer Sohn noch lebe und habe vor seinem Tod den älteren Sohn mit der Suche nach dem Bruder und der Tochter der Zigeunerin beauftragt.

Am Abend gesteht die Gräfin Leonore ihrer Hofdame und Freundin Inez im Park des Schlosses Sargasto ihre Liebe zu dem Troubadour Manrico. Auch der Graf von Luna wirbt um die Gunst Leonores. Diese hört in der Ferne Manrico ein Lied singen und will zu ihm eilen - findet sich jedoch in den Armen des Grafen wieder, den sie im Dunkeln für Manrico gehalten hatte. Als dieser erscheint, erkennen beide Männer, dass sie nicht nur Rivalen in der Liebe, sondern zugleich politische Widersacher sind: Manrico steht auf Seiten des rebellischen Herzogs von Urgel. Leonore kann das Duell der beiden nicht verhindern.

Zweiter Teil: "Die Zigeunerin"

Die Zigeuner sind nach einer Schlacht in ihr Lager zurückgekehrt. Dort wird Azucena von der Vision des grausamen Feuertodes ihrer Mutter verfolgt. Sie gesteht in einer plötzlichen Aufwallung ihrem Adoptivsohn Manrico, dass sie damals in der Erregung versehentlich den eigenen, leiblichen Sohn dem Feuer übergeben habe, weicht aber den weiterforschenden Fragen Manricos über seine wahre Herkunft aus. Azucena kann nicht verstehen, dass er seinerzeit den im Duell unterlegenen Grafen von Luna nicht getötet habe, der ihn - auch aus politischen Gründen - weiterhin verfolge.

Der Bote Ruiz meldet Manrico dessen Ernennung zum Kommandanten und berichtet von Leonores Entschluss ins Kloster zu gehen, da sie vom angeblichen Tod des Geliebten auf dem Schlachtfeld erfahren habe. Manrico eilt zu ihr, um sie von diesem Entschluss abzuhalten. Als sein Feind und Rivale Graf von Luna sie mit Hilfe seiner Mannen entführen will, kann Manrico dies gerade noch rechtzeitig mit seinen Gefolgsleuten verhindern. Luna schwört Manrico Rache.

Dritter Teil: "Der Sohn der Zigeunerin"

Im Kriegslager des Grafen von Luna herrscht Angriffsstimmung. Manrico und Leonore befinden sich auf der nahe gelegenen Festung Castellor, die gegen Lunas Heer verteidigt werden soll. Azucena ist bereits gefangen genommen worden, und Hauptmann Ferrando erkennt in ihr die Zigeunerin wieder, die damals Lunas jüngeren Bruder geraubt hatte. Azucena soll auf dem Scheiterhaufen verbrannt werden. - Eingeschlossen in ihrem Versteck wollen sich Leonore und Manrico trauen lassen. Da meldet Ruiz die Gefangennahme Azucenas. Um die Mutter zu retten, befiehlt Manrico einen Überfall auf das gegnerische Lager.

Vierter Teil: "Das Hochgericht"

Lunas Partei hat gesiegt. Manrico ist mit seinem Angriff gescheitert und in Gefangenschaft geraten. Er erwartet im Kerker des Schlosses Aliaferia zusammen mit Azucena die Hinrichtung. Leonore konnte fliehen. Um den Geliebten zu retten, gibt sie den Liebeserklärungen des Grafen zwar nach, doch hat sie heimlich Gift genommen. Sie kann Manrico noch die Nachricht von seiner Befreiung überbringen. Aber er weist diese Hoffnung zurück, da Leonore nicht mit ihm kommen will und er sich nun von ihr verraten glaubt. Erst als sie ihm ihr Verhalten erklärt und dann sterbend zusammenbricht, erkennt er ihre Treue. Als Graf Luna die tote Leonore sieht, lässt er Manrico, rasend vor Wut, zur Hinrichtung führen. Azucena, die von Luna gezwungen wird, diesen Akt mit anzusehen, schleudert ihm entgegen: "Er war dein Bruder." Denn Manrico war der geraubte Sohn des Grafen, Lunas jüngerer Bruder.